Verein Sprungbrett feiert besonderen Geburtstag
Hanau – Mit mehr als 100 geladenen Gästen aus Öffentlichkeit, Fachwelt
und Politik hat der Verein Sprungbrett in der Agora des Stadthofs ein Jubilä-
umsfest gefeiert. Anlass war ein besonderer Geburtstag zwischen zwei Grün-
dungsjubiläen: Der Verein zur Förderung der Jugendgerichtshilfe Hanau
wurde 1984 gegründet, der Verein Familien- und Jugendhilfe Hanau 1987.
Beide schlossen sich 2002 mit dem Verein Jugendhilfe in Gelnhausen zu
Sprungbrett zusammen.
Der Vorstandsvorsitzende Horst Rühl erinnerte an den Anspruch des Ver-
eins: „Sprungbrett trägt seit über 40 Jahren dazu bei, Menschen zur Autono-
mie zu befähigen.“ Ziel sei es, Menschen darin zu stärken, ihr Leben selbst zu
gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Geschäftsführerin Claudia
Zinn stellte bei der Feier erstmals den neuen Imagefilm des Vereins vor. Er
ist nach Angaben des Vereins ab sofort auf der Homepage abrufbar und gibt
einen Einblick in die vielfältigen Arbeitsfelder von Sprungbrett.
In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Maximilian Bieri die Arbeit des
Vereins mit klaren Worten: „Teilhabe ist keine Zugabe, sondern Vorausset-
zung für ein gutes Zusammenleben in unserer Stadt.“ Daran werde deutlich,
„was Sprungbrett für diese Stadt leistet“, sagte der künftige Oberbürgermeis-
ter und bezeichnete den Verein als unverzichtbaren Teil der sozialen Infra-
struktur Hanaus.
Höhepunkt der Veranstaltung war der Impulsvortrag des Sozialethikers Pro-
fessor Dr. Uwe Becker, Präsident der Evangelischen Hochschule Hessen, zum
Thema „Exklusion überwinden“. Darin lobte er die Arbeit des Vereins und be-
tonte: „Sprungbrett begleitet nicht nur sozialarbeiterisch, sondern nimmt
auch sozialkritisch wahr, an welchen Stellen sich für Kinder und Jugendliche,
für Familien und für Menschen mit Migrationshintergrund Ausgrenzungsge-
fahren auftun.“ Besonders hob er zudem die Rolle des Vereins für benachtei-
ligte junge Menschen hervor: „Sie sind auch Parteigänger für die Jugendli-
chen, die landläufig als ,asozial‘ bezeichnet werden, weil sie delinquent ge-
worden sind.“
Im Anschluss nutzten viele Gäste das festliche Beisammensein für Gespräche
und weitere Glückwünsche.
